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Netzwerk
Das Wissenschaftliche Netzwerk Fiktion wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.
Es handelt sich bei dieser Projektform um einen Verbund, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Universitäten zu mehren Arbeitstreffen zusammenkommen können, um an Forschungsprojekten zum Thema Fiktion zu arbeiten und die eigenen Ergebnisse anhand der Expertise der anderen Mitglieder zu vertiefen und zu prüfen.
Das Wissenschaftliche Netzwerk Fiktion versammelt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fächern Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Mediävistik, Altphilologie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Es möchte Forscherinnen und Forschern mit verschiedenartigen theoretischen Ansätze dazu verhelfen, in einen Dialog zu treten, und das Bewusstsein für die historische Entwicklung moderner Fiktion schärfen.
Zusammenfassung
Die Fiktionstheorie hat in den letzten Jahren große Fortschritte zu verzeichnen. Doch ergibt sich aus dem Nebeneinander sehr verschiedenartiger Ansätze ein Bedarf an Abstimmung.
Das Netzwerk will klären, wie sich analytische und poststrukturalistische Zugänge zur Realitäts- und Fiktionsbeschreibung voneinander abheben und wo die historischen Wurzeln ihres Streits liegen; die Teilprojekte verfechten teils einschlägige Positionen, teils erste Ansätze zur Historisierung. Die Untersuchung dieser Wurzeln erleichtert die Beschreibung der Geschichte der Fiktion, die im Netzwerk nicht zuletzt mediävistisch und altphilologisch fundiert wird. Eine Auseinandersetzung mit der epistemologischen Frage, wie Beschreibung von Realität überhaupt gelingen kann, erlaubt, die – empirisch feststellbare – Wirkung von Fiktion auf die reale Welt zu charakterisieren. Zu den besonderen Wechselwirkungen gehört das Verhältnis von Fiktionalität und Geschichtsschreibung, aber auch anderen Formen der Nichtfiktionalität (etwa Ratgeberliteratur); dies untersuchen einzelne Teilprojekte aus systematischer oder historischer Perspektive. Schließlich ist dabei der Fokus auf die Formvorgaben der Darstellungsmedien zu richten; Einzelprojekte fokussieren jeweils Aufzeichnungsmedien und Textgattungen, um zu klären, welche Medien Fiktionalität zulassen.
Über den Gewinn hinaus, der sich aus dem Zusammenwirken der Einzelprojekte ergibt, will das Netzwerk Forschungsdesiderate aufgreifen und einen fachrichtungsübergreifenden Forschungsstand erarbeiten, der mittelfristig unhintergehbar ist.